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Aus den Historienbüchern des Bürgerschützenvereins Neurath

Die Bruderschaft
vom
Hl. Sebastianus
und
Hl. Antonius
Es hat vermutlich einen Grund, wenn die St. Seb.-Bruderschaft als Gründungs-jahr das Jahr 1625 angibt. Ihre Wurzeln jedoch gehen weiter zurück. Das gräflich von Mirbach-Harff'sche Archiv besitzt ein Register der jährlichen Renten, die die Bruderschaft einzog. Es trägt die Jahreszahl 1519.
"DAT REGYSTER BOYCH'D BRODSCHAFT
SET SEBASTIAI IND S. ANTHONY GEMACHT
ANNO DNI 1519 NUEROD"
(" Das Registerbuch der Bruderschaft vom hl. Sebastianus und vom hl. Antonius, gemacht im Jahre des Herrn 1519 - Neurath ")
In dieser Zeit besaß die Bruderschaft eine Reihe von Ländereien, von denen sie ihre jährliche Pacht als Einnahmen registrieren konnten. (Ländereien und die Namen der Pächter sind im besagten Register aufgeführt).
Im Jahre 1669 schreibt Pastor Petrus Dübbers, Pfarrer zu Neurath, an den Freiherrn von Gymnich, Herr zu Vischel und Neurath und bittet um die "Wiedererrichtung der der Pfarrkirche zu Neurath inkorporierten Bruderschaft vom Hl. Sebastianus und Hl. Antonius". Im gleichen Briefwechsel bittet er um "Exekution zur Zahlung der rückständigen Bruderschaftsrente". Um diese Zeit muß die Bruderschaft eine Zeit lang inaktiv gewesen sein. Die Ländereien waren noch vorhanden, aber die Pächter . . ., an wen sollten sie zahlen? Da reaktiviert Pfarrer Dübbers mit Erlaubnis des Landesherrn die Bruderschaft.
Nach einem anderen Dokument war die Bruderschaft 35 Jahre vorher noch sehr aktiv gewesen. Im Jahre 1634 bat sie den Herrn Johann Otto, Freiherr von Gymnich, Herr zu Vischel und Neurath, eine Sammlung vornehmen zu dürfen, zur Anfertigung eines Silbervogels für die Bruderschaft vom Hl. Sebastianus und vom Hl. Antonius. Die Liste der Geldspenden ist noch vorhanden. Pastor Johann Ehser, derzeitiger Pfarrer zu Neurath, spendete einen Goldtaler. Pastor Fink von Frimmersdorf ist auch auf der Spendenliste erwähnt. Er gab aber nichts. Er dachte sich: wenn die Neurather schon ihren Vogel haben wollen, dann sollen sie ihn auch selbst bezahlen.
W. Stollenwerk
Quellen: Gräflich v. Mirbach-Harff'sches Archiv
Grevenbroich-Neurath, Ingenfeld
Auszug aus dem Kirchenblatt vom Schützenfest '88.